Wenn die große Schwester plötzlich ihre ganze Welt zeigt - Eure ersten gemeinsamen Bilder mit dem Baby zuhause
- vor 6 Tagen
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Vielleicht schaust du dich gerade nach einem Neugeborenen-Shooting um.
Und vielleicht suchst du dabei gar nicht nach diesen perfekten Babybildern, auf denen alles still ist, das Baby friedlich schläft und jedes Detail genau dort liegt, wo es liegen soll.
Vielleicht möchtest du etwas anderes.
Euer Zuhause.
Die erste Zeit zu viert. (oder zu fünft oder sechst)
Die kleinen Füße.
Das Kuscheln auf der Couch.
Und vielleicht auch das liebevolle Chaos, das gerade ganz selbstverständlich zu eurem Alltag gehört.
Genau so eine Neugeborenen-Homestory durfte ich vor einiger Zeit fotografieren.
Und ich glaube, eines meiner liebsten Dinge daran war, dass irgendwann niemand mehr so richtig daran dachte, dass ich überhaupt da war.
Ein kleiner Bruder. Eine ziemlich verliebte große Schwester.
Der kleine Bruder war noch ganz neu.
So neu, dass man ihn am liebsten die ganze Zeit anschauen und anfassen möchte.
Und seine große Schwester?
Ungefähr drei Jahre alt und offensichtlich schon ziemlich verliebt in ihn.
Wir ihr seht.
Und dann gab es diese ganz alltäglichen Momente, in denen Mama ihren kleinen Sohn im Arm hielt, ihn knuddelte und seine kleinen Füße abknutschte.
Alle zusammen auf der Couch.
Nah beieinander.
Keiner musste irgendwohin schauen.
Keiner musste etwas machen.
Es war einfach diese erste gemeinsame Zeit als Familie.

Und dann begann sie, mir ihre Sachen zu bringen.
Irgendwann passierte etwas, das ich bei Shootings besonders liebe.
Die große Schwester holte ihre Spielsachen.
Eins nach dem anderen.
Sie brachte mir Dinge, die ihr wichtig waren, und zeigte sie mir.
Dann kamen noch Haarklammern dazu.
Eine Bürste.
Und wahrscheinlich hätte sie mir noch ungefähr ihr halbes Kinderzimmer präsentiert, wenn wir einfach noch ein bisschen länger dort gesessen hätten.
Und genau solche Momente sind es, die ich bei einer Homestory fotografieren möchte.
Nicht, weil die Haarklammer auf dem Bild besonders wichtig wäre.
Sondern weil man daran plötzlich sieht:
Sie fühlt sich wohl - so wohl, dass sie mir all' ihre Lieblingssachen zeigt.
Sie muss für niemanden etwas aufführen.
Sie ist einfach drei Jahre alt und zeigt einer fremden Frau ihre Sachen.
Während nebenan ihr kleiner Bruder liegt.
Und ihre Mama ihn im Arm hält.
Genau deshalb muss bei einer Neugeborenen-Homestory niemand „mitmachen“.
Das ist wahrscheinlich eine der häufigsten Sorgen, die Eltern vor einem Shooting haben.
Was, wenn die große Schwester keine Lust hat?
Was, wenn sie ständig wegläuft?
Was, wenn sie lieber spielt?
Was, wenn das Baby weint?
Was, wenn wir überhaupt nicht wissen, was wir vor der Kamera machen sollen?
Meine Antwort darauf ist meistens ziemlich einfach:
Dann machen wir genau das.
Wir warten nicht darauf, dass plötzlich alle perfekt funktionieren.
Wir schauen, was gerade da ist.
Vielleicht kuschelt ihr auf der Couch.
Vielleicht hältst du dein Baby im Arm.
Vielleicht möchte die große Schwester ganz nah bei euch sein.
Vielleicht verschwindet sie für zehn Minuten mit ihren Spielsachen.
Vielleicht kommt sie wieder.
Vielleicht weint das Baby.
Vielleicht wird gestillt.
Vielleicht braucht jemand eine Pause.
Und vielleicht entsteht genau in diesem Moment ein Bild, das später niemand mehr inszenieren könnte.


Ich muss euch nicht ständig sagen, was ihr tun sollt
Ich beobachte.
Ich gebe euch kleine Impulse, wenn ihr unsicher seid.
Und ansonsten lasse ich euch ziemlich viel in Ruhe.
Denn wenn ihr miteinander beschäftigt seid, passiert meistens genau das, was ich fotografieren möchte.
Ihr schaut euch an.
Ihr kuschelt.
Ihr haltet euer Baby.
Ihr küsst kleine Füße.
Ihr lacht.
Ihr kümmert euch umeinander.
Und eure große Tochter kann währenddessen ihre Welt entdecken.
Oder mir zeigen.
Oder einfach auf dem Boden sitzen und spielen.
Ich muss daraus keine perfekte Szene machen.
Ich muss nur aufmerksam genug sein, sie nicht zu verpassen.
Und irgendwann sieht man auf den Bildern nicht nur ein Baby.
Man sieht den Anfang von etwas Neuem.
Eine Mama mit ihrem kleinen Sohn im Arm.
Kleine Füße, die abgeknutscht werden.
Eine Familie, die gemeinsam auf der Couch liegt.
Eine große Schwester, die ihren Bruder anschaut.
Und irgendwo dazwischen eine Bürste, ein paar Haarklammern und ein kleines Mädchen, das mir unbedingt zeigen wollte, was in ihrer Welt gerade wichtig ist.
Vielleicht ist genau das eine Neugeborenen-Homestory.
Nicht das perfekte Bild vom perfekten ersten Tag.
Sondern eure erste Zeit miteinander.
Eure Story. Eure Geschichte. Dieses Kapitel.
Mit allem, was gerade dazugehört.
Mit müden Augen.
Mit Kuscheln.
Mit kleinen Geschwistern, die plötzlich ganz groß wirken.
Mit einem Baby, das vielleicht schläft – oder eben nicht.
Mit Spielsachen auf dem Boden.
Mit Nähe.
Mit ganz viel Liebe.
Und mit diesen kleinen Dingen, an die ihr euch später wahrscheinlich gar nicht mehr bewusst erinnern werdet.
Bis ihr das Bild wiederseht.
Und plötzlich denkt:
Ach ja. So war das damals.
Meine Shootings sollen sich so anfühlen, als ob eine gute Freundin vorbei kommt und euch in diesen Momenten begleitet - und weißt du was. So fühlt es wirklich oft für mich an.

Ich bin Corinna – Familienfotografin aus Berlin und Brandenburg – und seit 2016 erzähle ich die Geschichten von Familien mit meiner Kamera.
Nicht weil mich Kameras faszinieren.
Sondern weil mich Menschen faszinieren.
Weil jede Familie ihre eigene Geschichte mitbringt.
Ihre eigene Art miteinander umzugehen.
Ihre eigenen kleinen Rituale.
Die Dinge, die für Außenstehende unscheinbar wirken, aber für euch ein Stück Zuhause sind.
Genau danach halte ich Ausschau.
Wenn ihr euch Fotos wünscht, bei denen ihr euch wiedererkennt und sagen könnt: „Das sind wirklich wir!“, dann freue ich mich darauf, euch kennenzulernen.




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