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Der September fühlt sich irgendwie anders an.

  • 7. Aug.
  • 8 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 9. Aug.

Vielleicht beginnt die schönste Zeit des Jahres genau jetzt - Familienfotos im Spätsommer




Jedes Jahr gibt es diesen einen Morgen,


an dem ich das Fenster öffne und sofort merke, dass sich etwas verändert hat. Ich könnte wahrscheinlich nicht einmal sagen, woran es genau liegt. Vielleicht ist die Luft ein bisschen kühler als noch vor ein paar Tagen. Vielleicht riecht sie anders. Oder vielleicht ist es einfach dieses Gefühl, dass der Sommer langsam leiser wird.


Während wir uns im Juli und August oft vornehmen, jede freie Minute auszukosten, scheint der September uns daran zu erinnern, dass die schönsten Tage nicht immer die lautesten sein müssen.


Plötzlich muss das Wochenende nicht mehr bis auf die letzte Minute verplant sein. Ein Spaziergang reicht. Ein Nachmittag draußen. Ein Weg, den man schon unzählige Male gegangen ist.


Und trotzdem fühlt sich genau dieser Weg jetzt anders an.


Vielleicht, weil Kinder plötzlich wieder stehen bleiben. Nicht, weil sie nicht weiterlaufen möchten, sondern weil eine Kastanie auf dem Boden liegt, die unbedingt mit nach Hause muss. Weil ein Blatt in ihren Augen schöner aussieht als alle anderen. Oder weil ein Stock gefunden wurde, der für Erwachsene einfach nur ein Stock ist – für Kinder aber ein Schwert, ein Zauberstab oder der größte Schatz des Tages.


Ich glaube, genau in solchen Momenten beginnt der September.





Vielleicht ist es gar nicht der Herbst, den wir so mögen


Während ich darüber nachgedacht habe, warum ich den September so gerne mag, ist mir etwas aufgefallen.

Es sind nicht die bunten Blätter.

Die gibt es Anfang September oft noch gar nicht.


Es ist auch nicht der Herbst. Zumindest nicht der, den wir uns sofort vorstellen, wenn wir an warme Schals, goldene Wälder und Kürbissuppe denken.


Eigentlich beginnt etwas viel Unscheinbareres.



Der Sommer hört auf, ständig nach Aufmerksamkeit zu verlangen.


Auf einmal verschwindet dieses leise Gefühl, jede freie Minute auskosten zu müssen. Man muss nicht mehr unbedingt zum Badesee fahren, weil vielleicht einer der letzten heißen Tage des Jahres bevorsteht.


Und Niemand hat das Gefühl, das Wochenende perfekt planen zu müssen, bevor der Sommer endgültig vorbei ist.


Stattdessen passiert etwas, das sich kaum beschreiben lässt und wahrscheinlich genau deshalb so schön ist.


Man geht wieder spazieren, ohne vorher darüber nachzudenken, wohin eigentlich.

Man bleibt unterwegs einfach irgendwo stehen.

Kinder entdecken Dinge, an denen sie den ganzen Sommer achtlos vorbeigelaufen sind.


Und Erwachsene haben plötzlich wieder die Zeit, ihnen dabei zuzusehen.


Vielleicht ist genau das der Grund, warum sich der September für mich jedes Jahr anders anfühlt.

Nicht, weil die Natur spektakulärer wird.


Sondern weil wir wieder anfangen, die kleinen Dinge wahrzunehmen.

Und ich glaube, genau dort entstehen die Erinnerungen, die uns viele Jahre später plötzlich wieder einholen.





Die schönsten Erinnerungen warten selten am Ziel.


Wenn wir uns zu unserem Shooting treffen, laufen wir in der Regel zusammen vom Parkplatz einen kleinen Weg rein, der uns sofort an einen meiner Lieblingsplätze für Fotos führt.


Und die Kinder merken sofort: "Hier kann ich etwas entdecken. Hier kann ich rumrennen. Oh schau mal ein Stein."

Für uns Erwachsene ist es nur ein Stein.

Für Kinder ist es offenbar etwas ganz Besonderes.


Für Kinder ist es als hätten sie gerade einen Schatz entdeckt.


Genau in diesem Moment wird mir immer wieder bewusst, dass wir Erwachsenen erstaunlich oft glauben zu wissen, wo die schönsten Momente entstehen.


Kinder sehen das anders.

Sie interessieren sich nicht dafür, ob wir unser Ziel schon erreicht haben.


Sie entdecken Schönheit genau dort, wo wir längst vorbeigelaufen wären.


Und vielleicht geht es uns irgendwann genauso.


Vielleicht erinnern wir uns später gar nicht mehr daran, wo wir uns getroffen haben.


Aber an die kleine Hand, die voller Stolz eine Kastanie oder einen Stein nach Hause getragen hat, erinnern wir uns wahrscheinlich noch viele Jahre.



Kinder entdecken Dinge entdecken, an denen wir Erwachsenen längst vorbeigehen.




Vielleicht fragst du dich gerade, ob ein Familienshooting im September überhaupt noch eine gute Idee ist.


Diese Frage höre ich tatsächlich jedes Jahr.

Viele denken sofort an grauen Himmel, dicke Jacken und daran, dass der Sommer ja eigentlich schon vorbei ist.


Dabei beginnt für mich genau jetzt eine der schönsten Zeiten zum Fotografieren.


Nicht, weil der September spektakulärer wäre als der Sommer.

Sondern weil er ehrlicher ist.

Die Sonne steht tiefer.

Das Licht wird weicher.

Niemand kneift ständig die Augen zusammen.


Und vor allem hat niemand mehr das Gefühl, bei dreißig Grad möglichst schnell wieder ins Auto steigen zu müssen.

Wir dürfen wieder ankommen.

Wir dürfen unterwegs stehen bleiben.


Und manchmal entstehen genau deshalb Bilder, die sich später nicht nach einem Fotoshooting anfühlen, sondern nach einem ganz normalen Nachmittag mit den Menschen, die man liebt.



Warum der September mein Lieblingsmonat ist.


Wenn mich jemand fragt, welcher Monat mein liebster ist, erwarten die meisten eine Antwort wie Mai oder Oktober.

Der Mai, weil alles blüht.

Der Oktober, weil die Wälder in warmen Farben leuchten.


Dass ich mittlerweile fast immer „September" antworte, überrascht viele.


Vielleicht, weil der September nie versucht, im Mittelpunkt zu stehen.


Er braucht keine spektakulären Farben.

Keine Rekorde.

Keine Hitzewellen.

Er kommt jedes Jahr ganz leise.


Und vielleicht ist genau das seine größte Stärke.


Ich habe das Gefühl, dass wir in diesem Monat wieder anfangen, die Welt ein bisschen langsamer wahrzunehmen.

Nicht, weil wir mehr Zeit hätten.

Sondern weil wir sie uns wieder nehmen.


Wir setzen uns noch einen Moment länger auf eine Bank.

Bleiben stehen, obwohl es eigentlich nichts Besonderes zu sehen gibt.


Lassen die Kinder noch einmal umdrehen, weil sie unbedingt dieses eine Blatt mit nach Hause nehmen möchten.


Der September erinnert mich jedes Jahr daran, dass Erinnerungen selten dann entstehen, wenn wir versuchen, etwas Besonderes zu erleben.


Sie entstehen fast immer zwischendurch.


Dann, wenn niemand damit rechnet.




Warum Familienfotos im Spätsommer oft die entspanntesten Bilder des ganzen Jahres werden


Es gibt einen Moment, den ich bei fast jedem Familienshooting erlebe.

Nicht am Anfang.

Sondern ungefähr zwanzig Minuten später.


Am Anfang kommen viele Familien mit dem Gefühl an, jetzt etwas leisten zu müssen. Die Haare werden noch einmal gerichtet, das Kleid glatt gestrichen und ganz automatisch sagt jemand: „Kommt mal kurz alle zusammen.“


Als wäre das jetzt der Moment, in dem das perfekte Familienfoto entstehen müsste.

Und dann passiert etwas.

Ganz von allein.


Die Kinder entdecken einen Stock, sammeln Steine oder rennen los, weil sie irgendwo einen Schmetterling gesehen haben. Papa wird plötzlich zum Klettergerüst, Mama hält wie selbstverständlich eine kleine Hand fest, und niemand denkt noch darüber nach, wo die Kamera gerade ist.


Genau dann beginnt für mich das eigentliche Shooting.

Nicht, weil endlich alle stillhalten.


Sondern weil endlich niemand mehr versucht, stillzuhalten.




Vielleicht ist das einer der größten Irrtümer rund um Familienfotos.


Viele glauben, ein gelungenes Bild entstehe dann, wenn alle gleichzeitig in die Kamera lächeln. Dabei sind es fast nie diese Aufnahmen, die später einen festen Platz im Wohnzimmer bekommen.


Es sind die Bilder, auf denen euer Sohn euch voller Stolz einen besonders krummen Stock zeigt, als hätte er gerade einen Schatz gefunden. Es ist der Moment, in dem eure Tochter sich an eure Schulter lehnt, weil sie müde geworden ist. Oder dieses unkontrollierte Lachen, das entsteht, wenn plötzlich jemand anfängt zu kitzeln und keiner mehr genau weiß, wer eigentlich angefangen hat.



Wenn Familien ihre Galerie zum ersten Mal öffnen, bleiben sie erstaunlich selten bei den Bildern stehen, auf denen alle perfekt in die Kamera schauen.


Sie bleiben bei den anderen hängen.

Bei den Bildern, die sich anfühlen wie ein Sonntagnachmittag.

Wie ein Spaziergang.

Wie ein ganz normaler Abend, den niemand für besonders gehalten hätte.


Vielleicht liegt genau darin die größte Überraschung.

Und zwar darin, dass wir uns später nicht nach Perfektion sehnen.

Sondern nach Vertrautheit.


Nach diesem Gefühl von: Genau so war es damals.


Und vielleicht ist der Spätsommer gerade deshalb eine so besondere Zeit dafür.

Die Ferien haben etwas verändert. Nicht nur den Kalender, sondern oft auch die Familien selbst. Man hat zusammen im Auto gesungen, irgendwo Eis gegessen, Sand aus den Schuhen geklopft und viel mehr Zeit miteinander verbracht als sonst.


Diese gemeinsame Zeit nimmt man unbewusst mit in ein Familienshooting.


Niemand muss erst lernen, wieder miteinander zu lachen.

Niemand muss erst ankommen.

Man ist längst angekommen.


Ich merke das jedes Jahr aufs Neue.


Die Gespräche sind ruhiger geworden. Die Kinder müssen niemandem mehr beweisen, wie mutig sie sind. Sie erzählen einfach von ihrem Urlaub, zeigen mir stolz ihre neue Zahnlücke oder berichten von der Muschel, die sie mit nach Hause gebracht haben.


Und während sie erzählen, vergessen sie völlig, dass sie fotografiert werden.

Vielleicht entstehen genau deshalb gerade im September Bilder, die sich später nicht wie ein Fototermin anfühlen.

Sondern wie eine Erinnerung.


Eine Erinnerung an einen Sommer, der sich nicht über große Ereignisse definiert hat, sondern über all die kleinen Augenblicke dazwischen. Über warme Hände, staubige Sandalen, Sonnenstrahlen in den Haaren und dieses Gefühl, dass die Zeit für ein paar Wochen ein bisschen langsamer geworden ist.


Wenn ich heute alte Familiengalerien anschaue, denke ich fast nie daran, in welchem Monat sie entstanden sind.

Ich denke daran, wie sich dieser Nachmittag angefühlt haben muss.


Und genau das wünsche ich mir auch für jede Familie, die Jahre später ihre Bilder wieder in den Händen hält.

Dass sie nicht zuerst die Kleidung bemerkt.

Nicht die Frisur.

Nicht einmal den Ort.


Sondern dass sie plötzlich wieder weiß, wie sich dieser Sommer angefühlt hat.


Dass sie sich erinnert, wie klein diese Hand damals noch war, wie laut die Kinder gelacht haben und wie selbstverständlich es war, sie einfach auf den Arm zu nehmen.




Vielleicht denkst du gerade: "Aber meine Kinder würden wahrscheinlich die ganze Zeit nur herumalbern."

Ich hoffe es.

Wirklich.


Denn genau dort beginnt für mich ein Familienshooting.


Nicht dann, wenn alle geschniegelt nebeneinander stehen und darauf warten, dass ich bis drei zähle.

Sondern dann, wenn eure Kinder vergessen, dass ich überhaupt dabei bin.

Wenn sie rennen.

Wenn sie lachen.


Wenn sie euch etwas zeigen möchten.

Oder wenn sie sich einfach nur für einen kurzen Moment an euch kuscheln, weil ihnen gerade danach ist.


Ganz ehrlich?

Ich glaube nicht, dass Kinder für schöne Familienbilder still sitzen müssen.


Ich glaube eher, dass wir Erwachsenen lernen dürfen, ihre Vorstellung von einem perfekten Nachmittag wieder ein bisschen mehr zu übernehmen.




Vielleicht ist genau jetzt der richtige Moment.


Während ich diesen Artikel schreibe, weiß ich, dass der September auch dieses Jahr wieder schneller vorbeigehen wird, als uns lieb ist.


Die Kastanien werden verschwinden.

Die Wege werden irgendwann voller bunter Blätter liegen.

Und ehe wir uns versehen, ist Weihnachten näher als der Sommer.


Vielleicht ist das der eigentliche Grund, warum ich den September so liebe.


Weil er mich jedes Jahr daran erinnert, dass die schönsten Erinnerungen nie angekündigt werden.

Sie passieren einfach.

Mitten auf einem Waldweg.

Mit einer kleinen Hand voller Kastanien.

Mit einem Lachen, das niemand geplant hat.


Oder auf dem Heimweg, als plötzlich niemand mehr daran denkt, dass eigentlich gerade ein Fotoshooting stattfindet.


Wenn ihr euch genau solche Bilder wünscht – Bilder, die sich später nicht nur anschauen, sondern wieder fühlen lassen –, dann begleite ich euch in diesem September sehr gerne ein Stück auf eurem Weg.


Nicht mit perfekt einstudierten Posen.

Sondern mit Zeit.

Mit Ruhe.


Und mit ganz viel Platz für all die kleinen Momente, die später einmal die größten Erinnerungen sein werden.

Für Familienfotos, die eure Geschichte erzählen.







Fotografin für authentische Familienshootings in und um Berlin

Ich bin Corinna – Familienfotografin aus Berlin und Brandenburg – und seit 2016 erzähle ich die Geschichten von Familien mit meiner Kamera.


Nicht weil mich Kameras faszinieren.

Sondern weil mich Menschen faszinieren.

Weil jede Familie ihre eigene Geschichte mitbringt.

Ihre eigene Art miteinander umzugehen.

Ihre eigenen kleinen Rituale.


Die Dinge, die für Außenstehende unscheinbar wirken, aber für euch ein Stück Zuhause sind.

Genau danach halte ich Ausschau.


Wenn ihr euch Fotos wünscht, bei denen ihr euch wiedererkennt und sagen könnt: „Das sind wirklich wir!“, dann freue ich mich darauf, euch kennenzulernen.





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