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Familienfotos, bevor der Alltag den Sommer wieder verschluckt – warum genau jetzt der richtige Zeitpunkt ist

  • 14. Juli
  • 6 Min. Lesezeit

Aktualisiert: 23. Juli

Das erste, was mir auffällt, wenn Ende August näher rückt, hat eigentlich gar nichts mit dem Wetter zu tun.

Es ist dieses leise Gefühl, dass sich etwas verändert.


Vor ein paar Tagen stand noch die Strandtasche im Flur. Die Kinder haben gefragt, ob sie barfuß nach draußen dürfen, und irgendwo auf dem Gartentisch lag noch ein halb geschmolzenes Wassereis.


Jetzt tauchen plötzlich andere Dinge auf. Im Supermarkt stehen Regale voller Schulhefte, in den WhatsApp-Gruppen wird über Stundenpläne gesprochen und im Kalender erscheinen nach und nach wieder Termine, die den Sommer für ein paar Wochen vergessen ließen.


Fast unbemerkt schiebt sich der Alltag wieder zwischen die Tage.


Und genau in diesem Moment kommt oft ein Gedanke zurück, den viele Familien schon zu Beginn der Ferien hatten.




"Eigentlich wollten wir dieses Jahr doch endlich Familienfotos machen."


Nicht, weil jemand Geburtstag hat. Nicht, weil Weihnachten vor der Tür steht. Sondern einfach, weil dieser Sommer sich anders angefühlt hat und man ihn nicht einfach zwischen tausenden Handyfotos verschwinden lassen wollte.


Ich glaube, fast jede Familie kennt diesen Moment. Man nimmt sich so vieles vor, wenn die Ferien beginnen. Mehr Zeit füreinander. Mehr gemeinsame Nachmittage. Vielleicht ein Ausflug, den man schon lange machen wollte. Und irgendwo zwischen all diesen Plänen steht auch die Idee, endlich einmal Bilder machen zu lassen, auf denen wirklich alle zusammen zu sehen sind.


Doch dann passiert das, was wahrscheinlich in jeder Familie passiert.


Ein Wochenende vergeht. Dann noch eins. Das Wetter ist plötzlich zu heiß oder zu wechselhaft. Freunde kommen zu Besuch. Man fährt spontan für ein paar Tage weg oder bleibt einfach zu Hause, weil genau das sich nach Erholung anfühlt.


Und ehe man sich versieht, ist aus dem Satz „Das machen wir in den Ferien.“ ganz unbemerkt ein „Vielleicht schaffen wir es ja noch.“ geworden.



Ich finde, genau deshalb fühlt sich der Spätsommer so besonders an.


Nicht, weil das Licht schöner wäre – obwohl es das tatsächlich ist. Nicht, weil die Natur plötzlich fotogener wird. Sondern weil sich diese Zeit wie ein kleines Innehalten anfühlt. Der Sommer ist noch da, aber er wirkt nicht mehr selbstverständlich. Vielleicht genießt man einen Abend auf der Terrasse bewusster, weil man ahnt, dass es nicht mehr viele davon geben wird. Vielleicht bleibt man noch ein paar Minuten länger auf der Picknickdecke sitzen oder geht nach dem Abendessen doch noch einmal gemeinsam spazieren, obwohl die Brotdosen für den nächsten Tag schon bereitstehen.


Es sind genau diese Abende, die später in Erinnerung bleiben.

Nicht, weil etwas Besonderes passiert wäre.

Sondern weil sie sich nach Zuhause angefühlt haben.


Vielleicht ist es genau das, wonach wir uns sehnen, wenn wir an Familienfotos denken.


Denn wenn ich Familien frage, warum sie sich ein Shooting wünschen, spricht fast niemand zuerst über Bilder für die Wohnzimmerwand.


Sie erzählen von etwas ganz anderem.

Von dem kleinen Jungen, der plötzlich keine Hand mehr geben möchte, weil er jetzt alleine laufen kann. Von der Tochter, die sich neuerdings ihre Haare selbst flechtet. Von dem Baby, das vor ein paar Monaten noch getragen werden wollte und heute lachend durch die Wiese rennt.


Und manchmal fällt dann dieser Satz, der wahrscheinlich in jeder Familie irgendwann ausgesprochen wird.

"Ich weiß gar nicht, wann das alles so schnell gegangen ist."


Vielleicht ist genau das der eigentliche Grund, warum der Spätsommer sich wie der richtige Zeitpunkt anfühlt.

Nicht, weil der Kalender es sagt.


Sondern weil man plötzlich merkt, dass dieser Sommer nicht mehr vor einem liegt.

Sondern hinter einem.





Warum Familienfotos im Spätsommer oft die entspanntesten Bilder des ganzen Jahres werden


Es gibt einen Moment, den ich bei fast jedem Familienshooting erlebe.

Nicht am Anfang.

Sondern ungefähr zwanzig Minuten später.


Am Anfang kommen viele Familien mit dem Gefühl an, jetzt etwas leisten zu müssen. Die Haare werden noch einmal gerichtet, das Kleid glatt gestrichen und ganz automatisch sagt jemand: „Kommt mal kurz alle zusammen.“


Als wäre das jetzt der Moment, in dem das perfekte Familienfoto entstehen müsste.

Und dann passiert etwas.

Ganz von allein.


Die Kinder entdecken einen Stock, sammeln Steine oder rennen los, weil sie irgendwo einen Schmetterling gesehen haben. Papa wird plötzlich zum Klettergerüst, Mama hält wie selbstverständlich eine kleine Hand fest, und niemand denkt noch darüber nach, wo die Kamera gerade ist.


Genau dann beginnt für mich das eigentliche Shooting.

Nicht, weil endlich alle stillhalten.


Sondern weil endlich niemand mehr versucht, stillzuhalten.



Vielleicht ist das einer der größten Irrtümer rund um Familienfotos.


Viele glauben, ein gelungenes Bild entstehe dann, wenn alle gleichzeitig in die Kamera lächeln. Dabei sind es fast nie diese Aufnahmen, die später einen festen Platz im Wohnzimmer bekommen.


Es sind die Bilder, auf denen euer Sohn euch voller Stolz einen besonders krummen Stock zeigt, als hätte er gerade einen Schatz gefunden. Es ist der Moment, in dem eure Tochter sich an eure Schulter lehnt, weil sie müde geworden ist. Oder dieses unkontrollierte Lachen, das entsteht, wenn plötzlich jemand anfängt zu kitzeln und keiner mehr genau weiß, wer eigentlich angefangen hat.



Wenn Familien ihre Galerie zum ersten Mal öffnen, bleiben sie erstaunlich selten bei den Bildern stehen, auf denen alle perfekt in die Kamera schauen.


Sie bleiben bei den anderen hängen.

Bei den Bildern, die sich anfühlen wie ein Sonntagnachmittag.

Wie ein Spaziergang.

Wie ein ganz normaler Abend, den niemand für besonders gehalten hätte.


Vielleicht liegt genau darin die größte Überraschung.

Und zwar darin, dass wir uns später nicht nach Perfektion sehnen.

Sondern nach Vertrautheit.


Nach diesem Gefühl von: Genau so war es damals.


Und vielleicht ist der Spätsommer gerade deshalb eine so besondere Zeit dafür.

Die Ferien haben etwas verändert. Nicht nur den Kalender, sondern oft auch die Familien selbst. Man hat zusammen im Auto gesungen, irgendwo Eis gegessen, Sand aus den Schuhen geklopft und viel mehr Zeit miteinander verbracht als sonst.


Diese gemeinsame Zeit nimmt man unbewusst mit in ein Familienshooting.


Niemand muss erst lernen, wieder miteinander zu lachen.

Niemand muss erst ankommen.

Man ist längst angekommen.


Ich merke das jedes Jahr aufs Neue.


Die Gespräche sind ruhiger geworden. Die Kinder müssen niemandem mehr beweisen, wie mutig sie sind. Sie erzählen einfach von ihrem Urlaub, zeigen mir stolz ihre neue Zahnlücke oder berichten von der Muschel, die sie mit nach Hause gebracht haben.


Und während sie erzählen, vergessen sie völlig, dass sie fotografiert werden.

Vielleicht entstehen genau deshalb gerade Ende August Bilder, die sich später nicht wie ein Fototermin anfühlen.

Sondern wie eine Erinnerung.


Eine Erinnerung an einen Sommer, der sich nicht über große Ereignisse definiert hat, sondern über all die kleinen Augenblicke dazwischen. Über warme Hände, staubige Sandalen, Sonnenstrahlen in den Haaren und dieses Gefühl, dass die Zeit für ein paar Wochen ein bisschen langsamer geworden ist.


Wenn ich heute alte Familiengalerien anschaue, denke ich fast nie daran, in welchem Monat sie entstanden sind.

Ich denke daran, wie sich dieser Nachmittag angefühlt haben muss.


Und genau das wünsche ich mir auch für jede Familie, die Jahre später ihre Bilder wieder in den Händen hält.

Dass sie nicht zuerst die Kleidung bemerkt.

Nicht die Frisur.

Nicht einmal den Ort.


Sondern dass sie plötzlich wieder weiß, wie sich dieser Sommer angefühlt hat.


Dass sie sich erinnert, wie klein diese Hand damals noch war, wie laut die Kinder gelacht haben und wie selbstverständlich es war, sie einfach auf den Arm zu nehmen.


Denn manchmal merkt man erst Jahre später, dass man gerade einen dieser ganz gewöhnlichen Tage erlebt hat, nach denen man sich irgendwann zurücksehnen wird.



Vielleicht gibt es gar keinen perfekten Zeitpunkt.


Ich glaube, wir warten auf erstaunlich viele Dinge.

Auf den Moment, in dem die Kinder etwas älter sind. Auf die paar Kilo weniger. Auf den nächsten Urlaub oder auf die Woche, in der endlich alle gesund sind und der Kalender einmal nicht ganz so voll ist.


Während wir warten, verändert sich das Leben ganz leise.


Die Schuhe werden eine Nummer größer. Die kleinen Hände lösen sich immer öfter von unseren. Und irgendwann fällt uns auf, dass vieles, was einmal selbstverständlich war, längst verschwunden ist.


Vielleicht liegt genau darin der größte Irrtum.


Wir glauben oft, Erinnerungen entstehen bei den großen Ereignissen. Im Urlaub, an Weihnachten oder an Geburtstagen.


Dabei sind es meistens die ganz gewöhnlichen Nachmittage, nach denen wir uns Jahre später zurücksehnen. Der Spaziergang ohne Ziel. Das Lachen über einen albernen Witz. Die Grasflecken auf den Knien und das warme Licht eines Sommerabends, an dem niemand auf die Uhr geschaut hat.


Vielleicht gibt es deshalb gar keinen perfekten Zeitpunkt für Familienfotos.


Vielleicht gibt es nur diesen einen Gedanken, der sich irgendwann ganz leise meldet:

"Ich möchte mich später noch daran erinnern, wie sich unser Leben genau jetzt angefühlt hat."


Und vielleicht ist genau dieser Gedanke schon der perfekte Zeitpunkt.


Wenn ihr euch wünscht, diesen Sommer festzuhalten – nicht geschniegelt für einen besonderen Anlass, sondern genauso, wie sich euer Familienleben heute anfühlt –, dann begleite ich euch gerne dabei.


Damit ihr viele Jahre später nicht nur auf schöne Bilder schaut, sondern sagen könnt:

„Weißt du noch? Genau so hat sich dieser Sommer angefühlt.“







Fotografin für authentische Familienshootings in und um Berlin

Ich bin Corinna – Familienfotografin aus Berlin und Brandenburg – und seit 2016 erzähle ich die Geschichten von Familien mit meiner Kamera.


Nicht weil mich Kameras faszinieren.

Sondern weil mich Menschen faszinieren.

Weil jede Familie ihre eigene Geschichte mitbringt.

Ihre eigene Art miteinander umzugehen.

Ihre eigenen kleinen Rituale.


Die Dinge, die für Außenstehende unscheinbar wirken, aber für euch ein Stück Zuhause sind.

Genau danach halte ich Ausschau.


Wenn ihr euch Fotos wünscht, bei denen ihr euch wiedererkennt und sagen könnt: „Das sind wirklich wir!“, dann freue ich mich darauf, euch kennenzulernen.





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